Bergtouren im Berchtesgadner Land

Bilder – Aufgrund der angekündigten Wetterlage starteten wir den Aufstieg zur Blaueishütte mit etwas bedrückter Stimmung. Da es aber nur bei Nieselregen blieb, machten wir uns nach einer kurzen Mittagsrast auf zu unserem Tagesziel, die Schärtenspitze (2153 m). Die gute Stimmung kehrte zurück, da wir am Gipfel mit einem Sonnenfenster und nach dem Abstieg zur Hütte mit dem weltbesten und größten Kuchenstück (Mohn-Pfirsich-Käsekuchen)  belohnt wurden. Zeitig in der Früh brachen Berni und Hannes auf, um das am Vortag wegen der Schlechtwetterlage zurückgelassene Kletterequipment vom Auto zu holen (Zusatzgehzeit von ca. 2,5 Std. und ca. 900 hm). Nur wenige Minuten später wurde unsere Gruppe vervollständigt, da auch Wolfi die Blaueishütte erreichte. Dort trennten sich unsere Wege. Unsere Kletterjungs nahmen sich die Kletterroute „Durchs Fenster zum Weg (5) vor. Leider war der Fels durch den Regen am Vortag zu nass, sodass vorzeitig abgebrochen werden musste. Der Rest der Truppe machte sich auf den Weg, um den Hochkalter zu überschreiten. Der Aufstieg erfolgte über den „Schönen Fleck“  – „Rotpalfen“ – „Kleinkalter“, bis nach 3 Std. Gehzeit endlich der 2608 m hohe Hochkalter erreicht wurde. Eine wunderschöne Gratwanderung im max. Schwierigkeitsgrad II. Danach ging es hurtig über die riesigen Geröllfelder über´s Ofental ins Klausbachtal, im Nationalpark Berchtesgaden, wo sich die ganze Truppe bei Kaffee und Kuchen und Bier wieder vereinte. Die 2. Nacht verbrachten wir in der Stadt Salzburg, mit einem langersehnten Besuch im Müllner Bräu. Nach einer langen Diskussion über das Tagesziel für Sonntag,  wurde der ursprünglich geplante Hochthronklettersteig wieder aufgegriffen – Gott sei Dank!  Hannes und Berni fanden auch dort eine Kletterroute, die (alte) Südwand (4). Beim gemeinsamen Zustieg überholte uns bei der Scheibenkaser Alm ein älterer, sehr erfahren aussehender Bergsteiger mit Krücken, der die Südwand ursprünglich ohne Seil durchsteigen wollte, jedoch wegen der Nässe bedenken hatte. Da unsere Jungs gut ausgerüstet waren, war die Idee zu einer Dreierseilschaft schnell geboren. Wer hätte sich zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass es sich bei diesen älteren Herren um einen ausgebildeten Berg- und Schiführer und  um einen der drei Erstbesteiger des Nanga Parbat (Diamir-Flanke – 1962) handelte. Somit erlebten unsere Kletterjungs ein paar spannende und lehrreiche Stunden mit Anderl Mannhardt. Währenddessen stiegen wir über den anspruchsvollen Klettersteig zum Hochthron auf. Ein besonderes Erlebnis war der Abstieg über die Mittagshöhle und die gemütliche Rast auf der Scheibenkaser Alm. Resümee des Wochenendes:  Wir waren hoffentlich nicht zum letzten Mal im Berchtesgadener Land. Dort gibt´s noch einige schöne Fleckerl zu erkunden.
Text: Vera und Doris